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Einfluss von Ernährung auf Krebs

Mythos oder Schutzschild?

Knapp eine halbe Millionen Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu an Krebs. Entsprechend widmet sich in diesem Jahr der Tag der gesunden Ernährung am 7. März dem Thema "Krebs – Risiken und Prävention durch die Ernährung". Die Experten des HELIOS Klinikum Siegburg klären auf, welchen Einfluss Ernährung auf die Entstehung und die Therapie von Tumoren hat.

"Krebszellen mögen keine Himbeeren", "Die 100 besten Krebskiller" und "Die neue Anti-Krebs-Ernährung" oder "Krebszellen lieben Zucker" – die Liste der Ernährungsratgeber zur Krebsvorbeugung und Bekämpfung ist lang.

Foto u. Text: HELIOS Klinikum; Professor Dr. Michael Schepke und Elke Schaar

Ein gesunder Lebensstil und eine bewusste Ernährung spielen eine wichtige Rolle, um das Krebsrisiko zu senken - aber schützen Granatäpfel vor Prostatakrebs und Brokkoli vor Tumoren an der Bauchspeicheldrüse? "Seit langem ist bekannt, dass Inhaltsstoffe pflanzlicher Nahrungsmittel schützende Eigenschaften aufweisen. Studien können jedoch nicht belegen, dass eine spezielle Ernährung Krebs verhindern kann. Es gibt also keine Krebsdiät", sagt Professor Dr. Michael Schepke, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Pneumologie und Allgemeine Innere Medizin am HELIOS Klinikum Siegburg. "Wir können Krebs nicht durch gesunde Ernährung therapieren. Vorbeugen kann man zwar mit einem gesundheitsbewussten Lebensstil und einer sinnvollen Auswahl der Nahrungsmittel, sicher verhindern lässt sich eine Krebserkrankung dadurch leider nicht. Tritt sie auf, können wir den Organismus allerdings gezielt unterstützen."

Am HELIOS Klinikum Siegburg arbeiten Experten aus ärztlichem und nicht-ärztlichem Dienst interdisziplinär zusammen, um Patienten die bestmögliche Behandlung bieten zu können. Auch externe Kooperationspartner werden in diesen Austausch mit einbezogen. So besteht unter anderem eine enge Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe Leben mit Krebs e.V. Sankt Augustin. Das Darmkrebszentrum im HELIOS Klinikum erfüllt die Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft und ist zertifiziert. Eine bedarfsgerechte Ernährung ist fester Bestandteil der komplementären Krebstherapie. "Genau wie körperliche Bewegung und Entspannungstechniken hilft gesundes Essen Krebspatienten, Kraft und Energie zu tanken", so Professor Michael Schepke. "Das Immunsystem wird gestärkt und der Körper ist besser in der Lage, mit den Auswirkungen einer Chemotherapie und der Erkrankung umzugehen. Ziel ist es, die Lebensqualität Betroffener nachhaltig zu verbessern."

Von radikalen Diäten oder gar Heilfasten während der Krebstherapie rät der Chefarzt ab: "Es gibt zwar einzelne Hinweise darauf, dass Fasten vor einer Chemotherapie in manchen Fällen sinnvoll ist. Bei ohnehin geschwächten Krebspatienten kann Heilfasten aber schnell gefährlich werden, da dem Körper wichtige Nährstoffe vorenthalten werden." Entscheidend sei es, sich als Krebspatient die Freude und den Genuss beim Essen zu bewahren, auch wenn Chemo- und Strahlentherapie mitunter Übelkeit und Erbrechen mit sich bringen.

"Selbst wenn die bedarfsgerechte Ernährung keine Wunderwaffe darstellt, so ist sie doch eine Voraussetzung für einen möglichst günstigen Krankheits-verlauf. Krebspatienten müssen darauf achten, Nährstoffmangelzustände und ungewollten Gewichtsverlust zu vermeiden", unterstreicht Elke Schaar, Ernährungsberaterin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Präventionsmanagerin im Klinikum. Dabei sollte die Nahrungsmittelauswahl und Zubereitung so naturbelassen und abwechslungsreich wie möglich sein. "Obst, Gemüse, Kräuter und Gewürze liefern besonders wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie können immunfördernd und entzündungshemmend wirken und dadurch den Körper stärken", so Elke Schaar, die am HELIOS Klinikum Siegburg eine unterstützende Ernährungstherapie für Tumorpatienten und Angehörige anbietet. "Fast alle Tumorpatienten benötigen, auch bei körperlicher Ruhe, bis zu einem Drittel mehr Energie als gesunde Menschen, ohne dass sie mehr Appetit verspüren." Um einen ungewollten Gewichtsverlust zu vermeiden, sollte nicht nach festen Zeiten, sondern vielmehr nach Appetit gegessen werden. "Viele kleine Mahlzeiten aber auch eine Anreicherung mit Energie und Eiweiß können helfen, den gesteigerten Energiebedarf zu decken. ‚Essen, was schmeckt und bekommt‘ lautet die Devise."

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