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Stefan Starke - HELIOS Klinikgeschäftsführer

"Wir arbeiten an einem besseren Ruf"

100 Tage Klinikgeschäftsführer des HELIOS Klinikums Uelzen – ein Interview mit Stefan Starke, der im Oktober vergangenen Jahres seinen neuen Posten übernahm.

Fotos: HELIOS Klinikum Uelzen; Stefan Starke Klinikgeschäftsführer

Die ersten 100 Tage als Klinikgeschäftsführer liegen hinter Ihnen. Keine einfache Zeit, denn seit einigen Wochen steht das HELIOS Klinikum Uelzen in der Kritik, weil im OP angeblich unsaubere OP-Instrumente entdeckt und aussortiert werden. Sind die Probleme gelöst?

Es gibt Probleme, die uns bekannt und sehr komplex sind, sich aber nur Schritt für Schritt lösen lassen.  Ein Teil beruht darauf, dass rund 70 Prozent der Instrumente in Uelzen repariert oder ersetzt werden müssen. Mit der Lieferung der neuen Instrumente erwarte ich, dass sich die Situation weiter entspannt. Grundsätzlich stehe ich zu der Entscheidung, die schon vor meinem Beginn in Uelzen getroffen wurde, dass wir die Sterilgutversorgung zentralisiert haben. Patienten können sich im HELIOS Klinikum Uelzen bedenkenlos operieren lassen. Ich weiß, dass unsere Mitarbeiter im OP alles dafür tun, dass es gut läuft. Mit der detaillierten Prüfung der Instrumente vor jeder Operation stellen wir ein Höchstmaß an Patientensicherheit her. Das werden Sie in dieser Form in keiner anderen Klinik im Umkreis finden.

Wie nehmen die Mitarbeiter die negativen Schlagzeilen über das Krankenhaus auf?

Die Mitarbeiter sind betroffen und sehen ihre Arbeit, die sie hier im Klinikum leisten, durch die Art der Berichterstattung nicht wert geschätzt. Ihr täglicher Einsatz gilt dem Wohle der Patienten, die sich uns anvertrauen.

Entgegen aller Kritik haben Sie Anfang des Jahres das Angebot des Klinikums ausgebaut. Waren Sie bisher nicht gut aufgestellt?

Meine Aufgabe ist es, das Krankenhaus in Uelzen kontinuierlich weiterzuentwickeln und bestmöglich für die Zukunft aufzustellen.

Mit dem Aufbau der Geriatrie als eigenständige Fachabteilung nehmen wir einen bundesweiten Trend auf, der sich aus der demografischen Entwicklung der Bevölkerung ergibt. Gerade hier im Landkreis ist der Bedarf an stationärer Altersmedizin groß. Daher freue ich mich besonders, dass wir auch unsere jetzige Chefärztin Frau Tamara Mädge hier von dem Konzept vor Ort überzeugen konnten.

Mit dem Ausbau der Neurochirurgie und der Gründung der Sektion setzen wir ein weiteres wichtiges Signal für die Zukunft. Die operative neurochirurgische Versorgung war bisher nur eingeschränkt im Landkreis möglich. Mit Herrn Prof. Ralf Burger konnten wir einen sehr versierten Spezialisten für schwere Schädelhirn- und Wirbelsäulenverletzungen für die Klinik gewinnen. Perspektivisch erhoffen wir uns hier viele Synergien zwischen der bereits etablierten Neurologie sowie der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie.

Personell ist am Klinikum ebenfalls viel in Bewegung – kommt da jetzt Kontinuität rein?

Bereits vor meinem Antritt im Oktober des vergangenen Jahres hatten sich mehrere Personalveränderungen angekündigt, mit denen ich in der Folge umgehen muss. Wir, meine Kollegen aus der Klinikleitung, unsere Ärztliche Direktorin Frau Dr. Heesemann, die beiden Pflegedienstleiter Herr Russu und Herr Irmisch, und ich, haben selbstverständlich ein großes Interesse an Kontinuität und Stetigkeit, sowohl bei den Ärzten als auch bei den Pflegekräften. Mit Herrn Dr. Reimer konnten wir beispielsweise die Position des Chefarztes der Orthopädie und Unfallchirurgie nahtlos auf hohem Niveau und aus den eigenen Reihen besetzen. Das freut uns sehr. Leider haben sich Anfang dieses Jahres die beiden Chefärzte in der Kardiologie sowie der Radiologie entschieden, dass sie Uelzen und damit auch unser Krankenhaus verlassen  werden. Ich bedaure die in beiden Fällen persönliche Entscheidung der Ärzte, bin aber optimistisch, dass wir für die Stellen gute Nachfolger finden. So  werden wir auch in diesen Bereichen langfristig die Versorgung der Bevölkerung hier in Uelzen sicherstellen und sicher auch weiterentwickeln können.

Keine Langeweile für Sie als Klinikgeschäftsführer – wie haben Sie sich hier eingelebt?

Die ersten Monate in einer neuen Position sind immer besonders arbeitsintensiv. Mir ist es wichtig, ein Gefühl für die Themen und Probleme des Klinikums zu bekommen und mir einen detaillierten Überblick über das Krankenhaus zu verschaffen. Meine Mitarbeiter haben mir das Einleben sehr leicht gemacht. Ich habe von der Pflege über die Ärzte bis zur Verwaltung ein hochmotiviertes und engagiertes Team kennen und schätzen gelernt. In den vergangenen Wochen habe ich außerdem vor Ort viele gute Kontakte knüpfen können. Ich fühle mich hier in der Region sehr wohl und wünsche mir, dass ich künftig Zeit zum Fußball spielen und Joggen finde.

Seit Sommer vergangenen Jahres wird bei Ihnen im Haus gebaut – wie weit sind die Vorhaben?

Die Bauarbeiten gehen gut voran und ich möchte mich an dieser Stelle auch noch mal für das Verständnis der Patienten und Mitarbeiter bedanken. Wir gehen in der Notaufnahme sowie auf der Wahlleistungsstation in die letzte Bauphase. Beide Baustellen werden wir im März fertigstellen. Die Vergrößerung der Notaufnahme hat viele Ziele: für Patienten sollen sich vor allem die Wartezeiten verkürzen, für die Mitarbeiter die Arbeitsabläufe verbessern. Die Wahlleistungsstation soll den Komfort unserer Patienten verbessern, mit diesem neuen Angebot reagieren wir auf häufige Nachfragen. Für den Erweiterung der Notaufnahme und den Bau der Wahlleistungsstation investieren wir am Standort circa drei Millionen Euro.

Welche Ziele hat sich das Klinikum für 2016 gesetzt?

Wir wollen ganz klar unseren Ruf sowie der Zufriedenheit unserer Patienten verbessern und vor allem verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen. Nach meinen ersten Monaten hier, sehe ich dabei die Notaufnahme unseres Klinikums als einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Unser Ziel ist es hier, die Abläufe in der Notaufnahme zu verbessern. Durch die Erweiterung dieses Bereiches sehe ich uns hier auf einem guten Weg. Auch personell hat sich bereits etwas verändert. Seit Januar liegt die pflegerische Leitung in neuen Händen.

Anhand der Patientenbefragung, die monatlich ausgewertet wird, haben wir unsere Schwerpunkte in den kommenden Monaten auf die Themen Freundlichkeit von Ärzten und den Pflege-Teams, Essen, Sauberkeit und Zusammenarbeit von Ärzten mit der Pflege festgelegt. In diesen Bereichen sehen wir im Vergleich zu anderen HELIOS Kliniken Nachholbedarf.


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