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Auf Spurensuche im mittelalterlichen Uelzen

Geschichte aktiv erleben

 Neue Führung mit Harald Meyer

Wo war was in Uelzen? Um dieser Frage nachzugehen, initiierte Harald Meyer, bekannt durch die beliebten Nachtwächterführungen, eine neue Art des geschichtlichen Erlebens. Erzählen, sehen und anfassen lautet das Motto dieser Veranstaltung, bei der sich alle Teilnehmer innerhalb der alten Stadtgrenzen auf eine gemeinsame Spurensuche begeben.

Start- und Ausgangspunkt ist das von Egbert Broerken geschaffene, in Goldbronze gegossene Relief der historischen Stadtansicht, das seit dem Sommer das sogenannte "Forum" auf dem Herzogenplatz ziert. Hier dürfen zunächst alle Beteiligten ganz im Wortsinn das mittelalterliche Uelzen "begreifen". "Das ist die eigentliche Idee hinter dem neuen Projekt", betont Harald Meyer. "Es geht nicht darum, dass hier vorne nur einer steht und erzählt, das bewusste Sehen und Anfassen ist genauso wichtig. Erst im Gleichklang dieser drei Komponenten wird die Uelzener Stadtgeschichte plastisch und lebendig." Und so wird nach den einführenden Worten am Relief das soeben "Begriffene" in Form eines gemeinschaftlichen Rundgangs innerhalb der alten Stadtgrenzen aufgesucht und  Bekanntes oder Vergangenes dank der Ausführungen von Harald Meyer mit neuen Augen betrachtet. Aber auch hierbei ist Mitmachen die Devise, denn es gilt, sich an die zuvor am Stadtrelief angesprochenen markanten Häuser und Familien zu erinnern und selbige wiederzuentdecken. "Da stelle ich durchaus auch mal gezielte Fragen und stelle schnell fest, wer gut aufgepasst hat", schmunzelt Harald Meyer, der aus einem schier unermesslichem Wissensfundus schöpft und dank dessen begeistertem Erzählstil alte Gebäude wie beispielsweise der "Wippenturm" vor dem inneren Auge wieder auferstehen.

Begeisterung zu zeigen und zu wecken ist auch die eigentliche Motivation hinter dem neuen Projekt, das am 3. Oktober mit rund 20 Teilnehmern seine Premiere feierte. "Ich möchte das alte Uelzen zeigen und das Bewusstsein dafür vermitteln, was unsere Stadt einmal geleistet hat und womöglich auch wieder zu leisten imstande wäre", beschreibt Harald Meyer seine Idee. "Und ich würde mich freuen, wenn auch die Grundschulen diese Idee aufgreifen und sich zu einer Führung anmelden würden, denn der heimatkundliche Unterricht findet ja leider nicht mehr statt." Zur Sensibilisierung der Schüler, gedacht ist dabei hauptsächlich an Viertklässler, weil diese sich im Rahmen ihres Unterrichts mit dem Thema beschäftigen, hat der rührige 73-jährige sogar abendliche Führungen mit Taschenlampen angedacht, zunächst ist jedoch erst einmal eine Führung pro Monat in Planung.

Wer auch nur einen Hauch von Interesse für das mittelalterliche Geschehen zeigt, sollte sich für diesen etwas anderen Spaziergang durch Uelzen, der übrigens genau dort endet, wo der verheerende Brand von 1646 seinerzeit seinen Anfang nahm, unbedingt anmelden.

Text u. Bilder Oliver Huchthausen

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