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Masterarbeit beleuchtet Hansestadt im Mittelalter

Katerina Hencke untersuchte Untergrund des ehemaligen Café Harders

Foto Hansestadt Uelzen: Katerina Hencke und Dr. Fred Mahler mit Uelzener Fundstücken aus dem Mittelalter

"Die Ausgrabung der Bürgerhausparzelle Veerßer Straße 11 im Gebiet der Uelzener Altstadt" lautet der Titel einer Masterarbeit von Katerina Hencke aus Flensburg.

Die Autorin hat mit der am Lehrstuhl für Historische Archäologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit "sehr gut" bewerteten Arbeit weitere wichtige Aspekte zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte der Hansestadt Uelzen erforscht.

"Die archäologischen Befunde haben deutlich gemacht, was sich auf dem Grundstück im Laufe der Jahrhunderte ereignet hat", sagt Katerina Hencke. Sie konnte die sehr komplizierten Siedlungsphasen vom 14. bis zum 17. Jahrhundert erarbeiten, sowie Ergebnisse zur Bebauung und Ver- und Entsorgung des Areals darstellen.

Fundamente von Holzbauten und Backsteinbebauung waren vorzufinden. Grundrisse konnte sie zudem aus Verfärbungen ablesen. "Im Untergrund von Uelzen findet man eine Ascheschicht des großen Brandes in der Stadt von 1646. Man erkennt also genau, welche Fundstücke der Zeit vor oder nach dem Feuer zuzuordnen sind", so Hencke.

Erstmals gelang auch der Nachweis des im historischen Uelzen so wichtigen Brauwesens. Funde wie ein zerstörtes Reliquiengefäß mit dem Siegel des Bischofs von Verden erzählen dazu noch eine Episode der Reformationszeit in der Hansestadt. Als besonderer Glücksfall konnte der Arbeit eine Untersuchung von Pflanzenresten aus einer Kloake des 16. Jahrhunderts hinzugefügt werden. Erstmals wurde in Uelzen die Verwendung von Paradieskorn und weißem Pfeffer als Gewürze nachgewiesen, aber auch Heidelbeeren, Walderdbeeren, Feigen und Birnen schmeckten den Einwohnern der Hansestadt.

"Insgesamt gehört Uelzen heute zu den besonders gut untersuchten Städten des historischen Hanseraumes, die über ihre Forschungen in engem Austausch stehen", sagt der Uelzener Stadtarchäologe Dr. Fred Mahler, der auch das Zweitgutachten zur Masterarbeit erstellt hat.

Ziel der archäologischen Arbeit sei nicht primär die Ausgrabung, die in historischen Innenstädten ohnehin meist eine Rettungsgrabung darstellt, sondern vielmehr auch die Aufarbeitung und wissenschaftliche Vorstellung der Grabungsergebnisse.

Der Zeitraum einer Auswertung ist um ein Vielfaches länger als der einer Ausgrabung und oftmals auf ihre Weise nicht weniger aufwändig. Zurzeit arbeitet die Stadtarchäologie der Hansestadt Uelzen an Möglichkeiten, Katerina Henckes Arbeit vor Ort zu publizieren.

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