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Miese Stimmung auf dem Bau

Scheitern der Tarifverhandlungen

Bauarbeiter aus dem Kreis Uelzen nehmen Kurs auf Berlin – zum "Dampfablassen"

Bauarbeiter aus dem Landkreis Uelzen lassen Dampf ab in Berlin: Auf den heimischen Baustellen herrscht "dicke Luft", so die Bau-Gewerkschaft. Die Stimmung unter den rund 1.140 Bauarbeitern im Landkreis Uelzen sei "denkbar mies": "Vom Maurer bis zum Kranführer – alle sind stinksauer.

Die Arbeitgeber haben die Tarifverhandlungen zum Scheitern geführt.

Das bringt den Bau zum Brodeln", sagt der IG BAU-Bezirksvorsitzende Dieter Großmann.

Aus dem Kreis Uelzen werde sich deshalb am kommenden Montag (7. Mai) eine Bauarbeiter-Delegation auf den Weg nach Berlin machen, um beim zentralen Bau-Protest in der Hauptstadt "ordentlich Frust abzulassen".

Und das direkt da, wo sich die Schlichtungsrunde trifft: "Drinnen wird Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement als Schlichter versuchen, die Arbeitgeber zu einem fairen Angebot zu bewegen. Draußen wird die Bau-Delegation aus dem Landkreis Uelzen laut und deutlich sagen, was sie will. Da ist mächtig Druck auf dem Kessel. Und den Druck lassen die Bauarbeiter in Berlin ab", so Dieter Großmann. Für den Bezirksvorsitzenden ist es ohnehin ein "starkes Stück", dass es so weit gekommen ist: "In anderen Branchen drum herum gibt es Tarifabschlüsse. Nur im Baugewerbe blockieren die Arbeitgeber. Und das, obwohl der Bau boomt und die Auftragsbücher voll sind." Zudem sei die Lohnforderung der IG BAU vergleichbar mit der anderer Branchen: 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

"Dass ein Monatslohn als Weihnachtsgeld für alle Bauarbeiter mit in den Tarifvertrag gehört, will den Arbeitgebern partout nicht in den Kopf. Aber daran arbeiten wir …", so Dieter Großmann.

Er setzt auf die Schlichtung am Montag und auf den Protest der heimischen Bauarbeiter. Immerhin gehe es auch darum, den Bau für den Nachwuchs attraktiv zu machen: In Zukunft will die IG BAU erreichen, dass Azubis die vollen Ausbildungskosten ersetzt bekommen. "Dazu gehören dann auch die Kosten für die Fahrt zur Berufsschule", fordert Dieter Großmann.

Darüber hinaus komme es künftig darauf an, dass Bauarbeiter den Weg zur Baustelle bezahlt bekommen. "Wenn ein Bauunternehmen Aufträge für eine Baustelle annimmt, die eine Stunde mit dem Auto vom Betrieb entfernt ist, dann ist das o.k. Aber der Chef darf dann nicht erwarten, dass seine Bauarbeiter den Wecker morgens eine Stunde früher stellen, ohne dass sie davon etwas haben", macht der IG BAU-Bezirksvorsitzende deutlich.

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