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Integrationslotsen des Landkreises Uelzen in Hannover geehrt

Rita Trupp (3.v.l.) und Rebaz Jabbar (5.v.l.) wurden jetzt in Hannover für ihr Engagement als Integrationslotsen geehrt

Für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement sind im Rahmen eines in Hannover stattgefundenen Empfangs für Integrationslotsen auch zwei in diesem Zusammenhang ehrenamtlich Tätige aus dem Landkreis Uelzen geehrt worden.

Rita Trupp und Rebaz Jabbar waren der Einladung der niedersächsischen Sozialministerin Dr. Carola Reimann und der niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, gefolgt, um die öffentliche Würdigung entgegenzunehmen.

Beide sind vielfältig in Eigeninitiative und über Projektmitwirkungen für zugewanderte Menschen aktiv und unterstützen diese als Brückenbauende beim Ankommen. In diesem Zusammenhang  kümmern sie sich unter anderem um die Vermittlung der deutschen Sprache, um Fragen der  Gesundheitsprävention, um Unterstützung bei sozialen Fragen und um vieles mehr.

"Da sich im Landkreis nicht nur Rita Trupp und Rebaz Jabbar in diesen Feldern völkerverständigend einbringen, ist ihre Ehrung stellvertretend auch für die vielen erfolgt, die sich als Freiwillige unermüdlich und dankenswerterweise ebenfalls hier ehrenamtlich verdient machen", so Josefin zum Felde vom Sachgebiet "Migration und Teilhabe" des Landkreises.

Als Aussiedler kamen im März 1994 Rita Trupp und deren Familie aus Sibirien/Russland nach Deutschland. Zuvor sprach sie ein wenig Schuldeutsch und arbeitete als Hebamme. Da ihr Berufsabschluss nicht anerkannt wurde, arbeitete sie anschließend als Raumpflegerin, baute während dieser Zeit ihre Deutschkenntnisse aus und zog drei Söhne groß. Ab 2004 war sie für zwölf Jahre als Tagesmutter tätig.

Als im Sommer 2015 viele Flüchtlinge auch in den Landkreis Uelzen kamen und das Projekt "Mittler für Sprache und Kultur" ins Leben gerufen wurde, brachte sie sich dort insbesondere für russischsprachige junge Familien ein. Zuerst engagierte sie sich ausschließlich ehrenamtlich, später wurde sie für das Jugendamt des Landkreises als Familienhilfe tätig und inzwischen  auch als Schulbegleitung. Darüber hinaus ließ sie sich als MiMi-Gesundheitsmediatorin und Integrationslotsin ausbilden. In diesen Funktionen ist Rita Trupp weiterhin ehrenamtlich mit viel Herz und großem Engagement für Menschen da, die ihre Unterstützung brauchen.

Rebaz Jabbar erreichte im Sommer 2015 Deutschland durch ein Austauschprogramm seiner Universität in Erbil/Irak. Er beantragte Asyl. Über den Deutschen Akademischen Auslandsdienst hatte er bereits 2012 und 2014 kurzzeitig für einzelne Kurse die Universität Leipzig besucht. Nach seiner Entscheidung, in Deutschland Schutz zu suchen, lernte er intensiv weiter Deutsch und begann zudem bereits im Dezember 2016 eigenes Geld zu verdienen. Zusätzlich engagiert er sich als Integrationslotse und in den MiMi-Projekten Gesundheit sowie Gewaltprävention.

Als Rebaz Jabbar 2011 im Irak seine Studien aufnahm, war er einer der ersten, die die neu eingerichtete Fakultät Germanistik besuchten. Die Idee, nach Deutschland zu kommen, hatte er damals noch nicht. Er wollte im irakischen Kurdistan Lehrer werden. Nun ist seine Hoffnung, dass er seine pädagogischen Studien bald wieder aufnehmen und er am Ende Deutschlehrer in Deutschland werden kann. Seit seiner Ankunft in Uelzen – damals zunächst in Turnhallen untergebracht – setzt er seine Sprach- und Kulturkenntnisse ein, um kurdische Geflüchtete bei Gängen zu Ämtern oder Ärzten und bei allen offenen Fragen zu unterstützen.

Das Integrationslotsenprojekt wird durch das Land Niedersachsen gefördert.

Es beinhaltet mittels eines 50stündigen Kurses die Vertiefung von interkulturellen Kenntnissen, vermittelt die Vielfalt ehrenamtlicher Strukturen in Deutschland und ermöglicht Grundkenntnisse in ausländerrechtlichen Angelegenheiten. Die letzte Weiterbildung dieser Art fand im Frühjahr 2017 in Kooperation von "Ländlicher Erwachsenenbildung", dem Gustav-Stresemann-Institut Bad Bevensen und dem Landkreis Uelzen (Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe) statt.

Neun Menschen aus ebenso vielen Ländern wurden ausgebildet.

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